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Abteilung Laupheim
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Chronik

Enstehung und Geschichte

"Gott zur Ehr, dem nächstem zur Wehr" - so lautete ehedem der Wahlspruch der Feuerwehr, die im alten Laupheim auf eine lange Geschichte zurückblicken kann.

Um die Feuersgefahr zu mindern, durfte niemand bei offenen Licht Hanf oder Werg verarbeiten bei Strafe von drei Pfund Heller, doch "bei Mondschein mag man es wohl machen!". Auch sollte niemand aus dem Hause oder schlafen gehen dürfen, solange das Feuer im Herd brannte, "es sey denn, ein gewachse oder vernünftig Mensch im Hauß, daß uff das Feuer Achtung habe". Als die Dorfordnung erlassen wurde, war der 30-jährige Krieg (1618 - 1648) schon vier Jahre alt, hatte aber unsere Landschaft noch nicht erreicht. Doch am 25. Januar 1634 fielen die Schweden unter General Horn in Laupheim ein, plünderten Ort und Schloß und ließen Flecken in Flammen aufgehen. Dem Untergang der Wohnstätten in der Feuerlohe standen die Laupheimer mit ihren primitiven Löscheinrichtungen, der Eimerkette usw., machtlos gegenüber.

Im 19. Jahrhundert

Als Chronist Brigel anno 1845 seine Ortsbeschreibung über Laupheim herausgab, standen der damaligen Feuerwehr zur "Hülfeleistung bei Feuersbrünsten" zur Verfügung: 2 Fahrspritzen mit Doppelrohr und Schlaucheinrichtung, 2 Handspritzen, 1 Feuerwagen beladen mit den übrigen Löschgeräten. Die Mannschaft umfaßte 120 Mann: 1 Rettungkompanie, 1 Feuerwache und 1 Sicherheitswache als Patrouille im Ort während des Brandes, je mit 40 Mann. Brigel bekundet, daß damals in Laupheim Brandfälle sehr selten, "während sie zu Anfang der 1820er Jahre eine gar häufige Erscheinung waren". Für auswärtige Brandfälle waren die "Activ-Bürger und Beisitzer in 8 Rotten á 54 Mann eingeteilt". 

Man muß wohl annehmen, daß die damalige Pflichtfeuerwehr für alle männlichen Bürger bis zum 40. Lebensjahr nicht immer allseitige Gegenliebe fand. So ist wohl auch der Appell zu verstehen, den Schultheiß Franz Seraph Müller im Jahre  1864 zum Beitritt in die Feuerwehr ergehen ließ. Sämtliche Mitglieder des Turnvereins traten daraufhin der Wehr bei. 1866 scheint ein neuer, frischer Wind in der Feuerwehr aufgekommen zu sein. Zur Unterbringung der Feuerwehrgeräte diente ehedem ein altes, völlig unzureichendes Spritzenhaus, das 1843 abgebrochen wurde. Der Ersatzbau scheint nicht zufriedenstellend ausgefallen zu sein, weshalb 1884 an der Rabenstraße ein neues Spritzenhaus erstellt wurde, das im Parterre bis in jüngster Zeit noch die Feuerwehrgerätschaften beherbergt. Dort war früher auch eine nachts besetzte Feuerwache eingerichtet.

Im Jahre 1888 war die städtische Feuerwehr nach Beschluß der bürgerlichen Kollegien (Bürgerausschuß und Gemeinderat) reorganisiert worden. 1897 zählte, laut Chronist Schenzinger, die Laupheimer Feuerwehr 600 Mann mit dem Kommandanten und dem Brandmeister an der Spitze. Vier Hauptleute befehligten die einzelnen Sektionen der Steiger, Retter, Räumer und des Pumpkorps. Allerdings bemängelte Schenzinger, ein sehr kritischer Mann, die große Anzahl der Wehrmänner, die sich selbst "hindernd im Wege stehen; die Hälfte könnte genügen, um Größeres zu leisten, als was heute geleistet zu werden pflegt". Der Gerätebestand umfaßte damals 1 Saugpumpe, 2 fahrende Spritzen, mehrer Trag- und Handspritzen, 1 mechanische Rettungsleiter, 1 Rettungsschlauch samt Sprungtuch, dazu das nötige Schlauchwerk.

Entwicklung im frühen 20. Jahhundert

Die Pflichtfeuerwehr wurde im Jahre 1903 in eine freiwillige umgewandelt. Das Freiwilligenprinzip garantierte der Wehr eine größere Einsatzbereitschaft und mehr Interesse bei der Sache. Wer keinen aktiven Dienst leisten wollte, mußte eine jährliche Dispens- (Befreiungs-) abgabe bezahlen. 1909 bezahlten 300 Bürger diese Abgabe, die für die Anschaffungen usw. verwendet wurde.

In der "Freiwilligen Feuerwehr" mußte eine fünfjährige Verpflichtung eingegangen werden. Zum Stab gehörten: Der Kommandant, sein Stellvertreter, der Adjudant, Schriftführer, Kassier, Geräteverwalter, 3 Hornisten und 6 Trommler. Die Einteilung erfolgte nach militärischem Vorbild in 3 Kompanien, insgesamt etwa 250 Mann. Die Firma Viktor Steiner zur Schloßbrauerei hatte eine eigene sogenannte "Schloßfeuerwehr" gebildet, die nicht nur bei Bränden im Schloßareal, sondern auch bei sonstigen Brandfällen mit ausrücken mußte. Genau geregelt war auch die Nachbarschaftshilte der Gemeinden untereinander. Im Bedarfsfalle hatten zum Beispiel die Wehren von Achstetten, Baustetten, Burgrieden, Mietingen und Untersulmetingen in Laupheim einzuspringen. Entsprechende auswärtige Hilfe galt für die Laupheimer Feuerwehr. Peinlich genau sind seit 1903 die Protokolle der Freiwilligen Feuerwehr aus den Zusammenkünften und Versammlungen geführt durch Schriftführer Kaufmann Paul Bierer und ab 1919 durch Julius Heumann. Kassier war lange Zeit G. Werner. Viel gab es zu beraten betr. Wahlen, Ausrüstung, Anschaffungen, Brandfälle, Ordnungsstrafen, Entlohnung usw. Im Jahre 1906 wurden z. B. bei auswärtigen Brandfällen pro Mann und Stunde 20 Pfennig ausbezahlt!

Ein kurzer Auszug aus dem Jahre 1907 mag wörtlich wiedergegeben sein. Er betrifft das Gesuch des Feuerwehrmannes Georg Scherer, II Kompanie: "Derselbe hat bei der Übung am 25. Juli seine Sonntagshose am Schenkel zerissen und ersucht den Verwaltungsrat um einen Ersatz. Der hatte in diesem Falle beschlossen, 6 Mark zu bezahlen". Aus den Protokollen und aus Dankschreiben geht hervor, daß sich die Wehr bei allen Brandfällen wohl bewährt hatte, was ihr die Bezirksfeuerlöschinspektoren Werkmann, später Küchle (genannt "General Lösch") Stadtschultheiß Schick und Oberamtmann Ehemann verschiedentlich bescheinigt hatten. Es muß auch das gute, kameradschaftliche Verhältnis de Feuerwehrmänner unter sich betont werden, wie es bei Mannschaftsfeiern, dem Theaterspiel und auch bei der "privaten Löscharbeit" im Gasthaus nach dem pflichtmäßigen Löschen zum Ausdruck kam. Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden zwei Drittel der Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen, so daß nun die 17- bis 50-jährigen in die Bresche springen mußten, um die Wehr einsatzbereit halten zu können.